Schneekind
Dann freue ich mich über meine Fußabdrücke im Schnee. Dann laufe ich rückwärts durch die weiße Pracht, damit die Leute denken, ich wäre in die andere Richtung gegangen. Dann stehe ich da und gucke in den Himmel, während mir Schneeflocken ins Gesicht fallen.
Am liebsten würde ich mir jetzt einen Schlitten schnappen und ab in den Wald laufen, zum Rodelberg. Aufsteigen und ab die Post! Würde mich tierisch freuen, wenn ich beim kleinen Hoppel in der Mitte der Bahn leicht abhebe und für einen kleinen Moment zu fliegen scheine.
Und dann kommen langsam die anderen 20 Jahre dazu.
Dann denke ich daran, mit der Freundin den Berg herunter zu rodeln. Man fällt vom Schlitten, erschrickt kurz, schaut sich in die Augen und lacht sich dann zu tode. Küsst sich und geht händchenhaltend durch den Schnee nach Hause, um es sich dann mit einem heißen Kakao auf dem Sofa gemütlich zu machen.
Auf dem Weg nach hause quietscht der Schnee unter den Füßen und von hinten wird man von der Freundin angefeuert: “Schneller! Schneller!”. Und man zieht den Schlitten auf dem sie sitzt noch etwas schneller, obwohl man jetzt schon schwitzt wie ein Bekloppter.
Schneeromantik.
Irgendwie vergesse ich dann immer wie alt ich bin, was für Sorgen ich habe und wie ich mich eigentlich benehmen sollte. Zum Glück schneit es wenigstens hin und wieder noch mal.
Manchmal vergesse ich nämlich ganz gerne.




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