Worte

Tausend Worte bräuchte man, um dem gerecht zu werden, was man fühlt.
Doch fehlt es gänzlich an Sprache.
Kein Wort, kein Gedanke, kein Ton will sich formen.
Im Angesicht jener Gefühle, scheint die Welt sprachlos geworden zu sein.
Nein.
Sprachlos nicht.
Inhaltslos.
Dumpf.
Leer.

Der Inhalt erstarrte aus Angst vor diesem Gefühl.
Die Menschen. Sie packen die Inhaltsleere ein.
In blumige Worte, die pervers hervorstechen in ihrer Nichtfunktion.
Nichtigkeit.
Unwichtigkeit.
Lächerlichkeit.

Leere Worthüllen, die dem Fühlenden das Gefühl rauben wollen.
Es ist gut gemeint. Doch der Fühlende will nicht beraubt werden. Er möchte, dass das Gefühl bleibt. Dass es sich dreht und die Seele bereichert, anstatt sie zu fressen.

Die Worte rauben nicht. Dazu sind sie zu schwach. Sie töten nur langsam. Und der Fühlende, Sprachlose, kann sich nicht wehren.
Wehrlos.
Hilflos.
Er würde gerne, aber die Gefühle, die erhalten möchte, sie nehmen ihm die Kraft.
Kraftlos.
Machtlos.
Sprachlos.

Manchmal töten Worte, obwohl sie eigentlich beleben sollten. Und das Gefühl, es bleibt zurück. Verstorben in der Seele, hinterlässt es einen modrigen Geruch, der künftig immer wieder herausdringen wird.

An Herbst- und Wintertagen.
An Regentagen.
In dunklen Nächten.

Dann fehlen sie einem wieder, die Worte.



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